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Spielpädagogik

Tipps für eine gute Animation

Tipps für eine gute Animation

Gute Vorbereitung

Mit der Vorbereitung muss zeitig angefangen werden (helfen kann euch dabei der Gruppenstundenplaner). Wenn ihr mit der Planung eine halbe Stunde vor Beginn der Aktivität anfangt, kommt da meists nicht viel bei raus. Bevor ihr mit der Vorbereitung beginnt, beantwortet folgende Fragen:

  • Mit was für einer Gruppe habe ich es zu tun?
  • Wo liegen Interessen, Defizite, Spielerfahrungen, Wünsche, Gruppenerfahrungen, Vorlieben und Schwächen?
  • Welche Ziele möchte ich errreichen und welche Spiele sind für meine Ziele geeignet?
  • Wie sind die äußeren Bedingungen: Räumlichkeiten, Zeit, Ungestörtheit,…
  • Welche Reihenfolge der Spiele ist günstig?

Die Vorbereitung sollte keine Soloproduktion sein, sondern vielmehr eine Aufgabe aller LeiterInnen der Untergruppe. Klärt bei der Vorbereitung, wer wofür verantwortlich ist, wer was anleitet,… Das benötigte Material sollte in Ordnung sein und bereit liegen (Wer besorgt was?). Wenn ihr während oder vor der Aktivität noch nach Material suchen gehen müsst, wird die Gruppe leicht unruhig und ungeduldig. Die Spiele und den Ablauf könnt ihr auf Spickzettel schreiben, damit ihr zwischendurch nicht den Faden verliert. Denkt außerdem daran, immer genug Spiele in Reserve zu haben.

Sicherheit schaffen - Angst reduzieren

Versucht den Kindern Geborgenheit und Sicherheit zu bieten. Wenn Kinder und Jugendliche sich nicht wohl in der Gruppe und mit den LeiterInnen fühlen, können sie sich nur schwer spontan auf ein Spiel einlassen. Um jemanden zum Mitspielen zu bewegen, ist es also wichtig, dass er/sie sich sicher und wohl fühlt. Sorgt dafür, dass die Aktivität altersgerecht ist. Neben der psychischen Sicherheit gibt es noch die körperliche Sicherheit, die ihr bewerkstelligen müsst. Wählt keine gefährlichen Spielformen und –materialien. Beugt Unfällen durch einen verantwortungsbewussten Aufbau der Aktivität vor und seht immer eine Erste Hilfe Tasche vor. Achtet auf Gefahrensituationen – Sicherheit ist ein Aspekt, den ihr nicht abwarten könnt. Vorsichtsmaßnahmen müssen sofort getroffen werden.

 

Versucht die SpielerInnen in kleinen Schritten zum Mitspielen zu bringen. Drängt niemanden zum Mitspielen, ladet aber immer wieder dazu ein. Es ist nie zu spät, sich aber noch zum Mitspielen bereit zu erklären. Fangt nicht mit einem Spiel an, dass einen oder mehrere direkt in eine besondere Rolle bringt, denn das verunsichert leicht.

Begeisterung vermitteln

Ihr übertragt als LeiterInnen eure Stimmung auf die Gruppe. Wenn ihr selber keine Lust auf das Spiel habt, solltet ihr was anderes machen. Macht also nur Dinge, von denen ihr überzeugt seid und die euch Spaß machen.

Flexibilität

 Auch wenn Spieleinheiten gut geplant sein müssen, solltet ihr als SpielleiterInnen flexibel auf die Stimmungen, Bedürfnisse & Wünsche der TeilnehmerInnen reagieren. Nehmt die Kinder ernst und seid offen für ihre Ideen & Vorschläge. Seid bereit, Spiele zu verändern oder abzubrechen. Auch wenn ihr viel Energie in die Vorbereitung einer Aktivität gesteckt habt. Seid nicht eingeschnappt, wenn es nicht so läuft, wie ihr es erwartet hattet. Nehmt dies nicht persönlich.

Kreis bilden

Beginnt und beendet eure Animation grundsätzlich, indem ihr einen Kreis bildet. So sieht und hört jeder jeden und formt ein Ganzes. Stellt euch nicht in den Kreis, denn dann dreht ihr immer einem Teil der Gruppe den Rücken zu. Ein Halbkreis ist auch eine gute Variante.

Deutliche Erklärungen

Laut reden und klare Erklärungen (der/die SpielleiterIn muss die Spielregeln kennen und verständlich erklären können) sind das A und O einer guten Animation! Die SpielerInnen sollen ruhig sein bevor der/die LeiterIn mit der Erklärung beginnt. Versucht zuerst die Aufmerksamkeit der TeilnehmerInnen auf euch zu ziehen, bevor ihr mit den Erklärungen anfangt (durch einen Überraschungseffekt, einer verrückten Verkleidung,…) Achtet darauf, dass ihr die TeilnehmerInnen mit dem Schwierigkeitsgrad des Spiels nicht überfordert. Andererseits sollen sie natürlich auch nicht unterfordert werden. Fragt nach, ob die Erklärung verstanden worden ist oder ob jemand noch Fragen hat. Ihr könnt auch eine(n) SpielerIn noch mal mit eigenen Worten erklären lassen. Große Spiele erklärt ihr am besten in mehreren Etappen und fragt nach jedem Teil nach, ob alle verstanden haben. Es ist interessant vor dem Beginn des Spieles eine “Trockenübung “ zu machen. Spielt das Spiel kurz an und ihr könnt sehen, ob es verstanden wurde.

Geschichte ins Spiel bringen

Nie anfangen mit: “Wir machen jetzt ein Spiel”. Das stößt direkt auf Widerstand. Versucht die Neugierde zu wecken, arbeitet mit Überraschungen, Geschichten und Verkleidungen! Versucht die TeilnehmerInnen zu fesseln.

Mitspielen

Spielt so oft wie möglich mit. Das begeistert alle! Außerdem habt ihr beim Mitspielen ein besseres Gefühl für die Gruppe (Kommt das Spiel an? Gerät es aus den Fugen? Macht jeder mit? Wird jemand ausgeschlossen?,…) Somit kann der/die LeiterIn gleichzeitig das Spielgeschehen beobachten und rechzeitig eingreifen.

Mehrere Personen animieren

Tretet niemals als Block auftreten. Verteilt euch zwischen den Kindern und haltet Blickkontakt zueinander. Lasst immer nur einen/eine das Spiel erklären. Teilt die Aufgaben unter euch auf. So weiß jeder, was er/sie zu tun hat und ob an alles gedacht wird.

Konkurrenzkampf

Es kann zwar ein Ansporn sein, jedoch sollte Konkurrenzdenken vermieden werden. Auch sollte der Spaß im Vordergrund stehen und nicht das Siegen. Dies kann z.B. durch das Mischen der Gruppen geschehen, d.h. dass ihr für jedes Spiel neue zufällig zusammengesetzte Teams bilden könnt. Anstatt ständig Kampf, Jagd und Bereicherung als dynamische Grundmuster bei den Spielen zu benutzen, ist es gerade in der heutigen Zeit wichtig, Spiele vorzuschlagen, in denen das gemeinsame Handeln aller SpielerInnen für ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt steht: Konkurrenzfreie oder –arme Spielsituationen. Hier lernen die Kinder gegenseitiges Vertrauen und Hilfe, gemeinsames Handeln bei gleichen Interessen.

Fehler machen ist erlaubt

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Fehler machen ist normal und unumgänglich. Manchmal läuft ein Spiel total verkehrt, aber alle haben sich köstlich amüsiert. Wichtig ist, Fehler einzusehen und aus ihnen zu lernen. Wenn ihr darüber lachen könnt, können es die anderen auch ;-)!

Gleichberechtigte Gruppenbildung

Leiterinnen und Leiter sollten das Geschlecht nicht als Kriterium zur Gruppenbildung benutzen, insbesondere keine Wettbewerbe “Jungen gegen Mädchen” veranstalten, sondern die Gruppen nach Fähigkeiten oder Zufall einteilen. Bei Aufgaben, die besonders Vertrauen oder Körperkontakt erfordern, sollten Kinder selbst wählen dürfen. Jungen & Mädchen ermutigen ihre Gefühle zuzulassen und diese zu zeigen. Mädchen, die Jungenspiele mögen und umgekehrt sollten ermutigt werden. Spielmöglichkeiten werden von Jungen und Mädchen unterschiedlich genutzt. Die typischen Mädchenspiele brauchen eher wenig Raum: Gummitwist, Seilhüpfen, Hickspiele,…beanspruchen wenig Platz. Jungen dagegen lieben Fußball, Toben, Räuber-und-Gendarm-Spiel, wofür viel Platz benötigt wird. Achtet darauf auch den Mädchen genügend Bewegungsraum zu geben. Abwechslungsreiches Programm vorsehen: Konkurrenzorientierte & kooperative Spiele, ruhige & “wilde” Aktivitäten,… Und wie sieht’s mit der Geschlechterverteilung im Leiterrat aus? Es ist wichtig, dass Kinder männliche & weibliche Bezugspersonen haben.

Auswertung

Eine Aktivität hat dann wirklich geklappt, wenn sie abgerundet wird. Seht nach dem Ende der Animation noch etwas Zeit vor und fragt nach, wie die Kinder die Animation fanden, gebt ihnen die Gelegenheit ihre Gefühle auszudrücken, lasst sie erzählen, was gut und was nicht so gut war,… Auch in der Leitermannschaft sollte jede Animation kurz ausgewertet werden.

 

Gruppenstundenplaner

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