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Mobbing

Ein Fünftel der belgischen Kinder wird in der Schule gemobbt. Auch in der KLJ taucht dieses Verhalten auf. Reagiert auf Mobbingverhalten in einer guten Art und Weise. 

Ein Fünftel der belgischen Kinder wird in der Schule gemobbt. Auch in der KLJ taucht dieses Verhalten auf. Reagiert auf Mobbingverhalten in einer guten Art und Weise. 

Der Unterschied zwischen Mobbing und necken

Warum mobben Menschen?

Mobbing hat meistens mehr als eine Ursache. Es kann alle Menschen treffen, je nach ihrem Umfeld. Wenn jemand anders ist, als die andere Personen der Gruppe (durch physische Eigenschaften, Hobbys, Familiensituation, ‚zu‘ klug sein, …), hat diese Person eine größere Chance, von der Gruppe ausgelacht, verstoßen oder bedrängt zu werden. Eine Gruppe besitzt ihre eigenen ungeschriebenen und unausgesprochenen Normen und hat die Neigung, auf Personen, die diesen Normen nicht entsprechen, zu reagieren. 

Arten von Mobbing

  • Jüngere Kinder (10 bis 12 Jahre) mobben vor allem auf eine physische Weise: schubsen, schlagen, treten, …
  • Ältere Kinder und Jugendliche verwenden schneller verbale Gewalt oder ignorieren die andere Person bewusst.
  • Jungs verwenden häufiger physische Gewalt und direkte Beleidigungen als Mädchen. Mädchen mobben auf subtilere Weise: ignorieren, ausschließen, …

Mobbing anpacken: Die "No Blame"-Methode in 4 Schritten

Meistens gibt es nicht nur einen Mobber. Es handelt sich oft um Mobber, Personen, die den Mobbern helfen und Personen, die sich alles ansehen und nichts tun. Es ist das Problem einer ganzen Gruppe und das heißt, dass auch die Lösung in der Gruppe liegt. Sollte der Mobber nicht mehr von den anderen unterstützt werden, dann hört er mit dem Mobbing auf. Daher wird jedes Kind in die Gruppe einbezogen, sodass sie zusammen und in Begleitung des KLJ-Leiters, eine entsprechende Lösung finden können. Ansteller konkreter Mobbingaktionen wird über die Gefühle des Gemobbten geredet und so Empathie bei der Gruppe gefördert. Über die Tatbestände kann es vielleicht noch Uneinigkeiten geben, aber über die Gefühle nicht. Gefühle sind nicht diskutierbar, doch sollten sie gehört werden. Solche Diskussionen könnten dafür sorgen, dass sich die Kinder und Jugendlichen bedroht fühlen und dadurch entweder wütend werden oder den Mut verlieren, sich zu dieser Situation zu äußern.

 

Schritt 1: Rede mit dem Mobbingopfer

  • Höre dem Opfer zu: Wie fühlt er/sie sich? (Lass ihn/sie es vielleicht mit einer Zeichnung ausdrücken.) Welche Lösungen hat er/sie schon versucht? Weiß er/sie, an wen er/sie sich wenden kann?
  • Schlage vor, die Mobber in die Lösungssuche mit einzubeziehen, aber mache klar, dass niemand bestraft wird. So beruhigst du das Opfer vielleicht schon, denn er/sie hat wahrscheinlich Angst, dass das Mobbing sonst noch schlimmer wird. Frage ihn/sie, ob er/sie damit einverstanden ist. Frage auch, ob er/sie sie selbst mit den Eltern reden möchte, um ihnen mitzuteilen, dass ihr diese Situation anpacken werden.
  • Frage mit welchen Mobbern er/sie eine Lösung suchen will. Denke nach, welche Freunde oder andere Kinder aus der Gruppe, eine neutrale Rolle in dieser neuen zeitlich begrenzten Problemlösungsgruppe bekommen können.
  • Frage ob es Sachen gibt, wovon er/sie will, das die Problemlösungsgruppe nichts weiß.

Schritt 2: Rede mit der Problemlösungsgruppe (ohne das Mobbingopfer)

  • Verabrede mit ihnen ein Treffen an einem ruhigen Ort und sorge für eine angenehme Atmosphäre, die nicht bedrohlich wirkt.
  • Informiere die Teilnehmer der Problemlösungsgruppe, dass es ein Problem gibt, dass nur mit ihren Hilfe gelöst werden kann. Mache klar, dass du dieses Problem nicht allein lösen kannst. Erzähle über die Gefühle, die das Kind oder der/die Jugendliche erlebt.
  • Besprich keine Details der Ereignisse und beschuldige niemand. Mache klar, dass niemand Probleme bekommt oder bestraft wird. Vermittele eine positive Botschaft: Erzähle, dass jedes Mitglied der Gruppe, zur Lösung des Problems beitragen kann und, dass du darum auf ihre Hilfe zählst.
  • Frage die Mitglieder der Gruppe nach einem Vorschlag, der einen weiteren Schritt zur Lösung bedeuten kann. Lasse sie den Vorschlag aus der Ich-Perspektive machen. Frage sie auch, ihre persönlichen Vorschläge zu konkretisieren: Was wirst du jetzt machen und wie?

Schritt 3: Überlasse es ihnen

  • Erzähle, dass du nach einer Woche noch einmal mit dem Mobbingopfer über sein Gefühl reden wirst, aber auch getrennt mit den anderen reden wirst.
  • Informiere sie, dass sie sich inzwischen jederzeit an dich wenden können.
  • Danke ihnen und betone, dass du ihnen vertraust.

Schritt 4: Rede noch einmal getrennt mit allen Betroffenen

  • Lasse jedes Mitglied über seinen Beitrag reden: Wie ist es jetzt? Ist mit dem Mobbing aufgehört worden? Bist du zufrieden?
  • Sollte das Opfer nicht völlig zufrieden sein, dann kannst du die vorherigen Schritte wiederholen. (eventuell mit einer anderen Zusammenstellung der Gruppe).

Mobbing verhindern: 5 Tipps

  • Beschränke die Zahl der Wettbewerbsspiele: Kinder und Jugendliche können manchmal während Wettbewerbsspielen leicht wütend werden. Wenn ein Kind das nicht so sportlich, schlau, geschickt, … ist, ihrem Team zugeteilt wird, beschweren sie sich öffentlich. Sollte ihr Team auch noch verlieren, dann werden sie bestimmt den unerwünschten Eindringling zum Sündenbock machen. Es ist darum wichtig, die Zahl der Wettbewerbsspiele zu beschränken. Sorge also dafür, dass es nicht zu viele kompetitive Spiele gibt und organisiere genügend Aktivitäten ohne Gewinner und Verlierer.
  • Schaffe eine sichere Gruppenatmosphäre: Fange an mit positiven Spielen, die es den Kindern ermöglichen, einander besser kennenzulernen. Vergewissere dich, dass kein Mitglied von der Gruppe verstoßen wird und vereinbare deutlich mit den Kindern, wie sie im Falle eines Konfliktes mit einander umgehen sollen.
  • Jeder ist wichtig: Achte darauf, dass die Fähigkeiten aller Mitglieder in den Aktivitäten wiederkehren, sodass sich jedes Mitglied auszeichnen kann. Gib der Gruppe, aber auch den einzelnen Mitglieder genügend positives Feedback.
  • Verliere nicht deine Aufmerksamkeit in ruhigen Momenten auf KLJ-Lager und vor oder nach Aktivitäten. Denn Kinder suchen im Mobbing manchmal eine Form der Unterhaltung, wenn sie sich langweilen.
  • Stelle Teams auf kreative Weise zusammen. So entstehen nicht immer dieselbe Cliquen und die Kinder lernen mit allen zusammen zu spielen.

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